Bei der Analyse wurde bereits früh ersichtlich, dass Schnellmark über viele Stärken und Potenziale durch die bestehenden Grün- und Freiflächen besitzt. Es fehlt jedoch ein Grünkonzept, welches die Qualitäten der verschiedenen Orte verbindet und zu einem stabilen Gerüst zusammenführt. Weder werden die verschiedenen Grünqualitäten innerhalb des Stadtteils hinreichend verknüpft, noch Bezüge zu den hochwertigen Außenräumen wie dem FFH-Gebiet hergestellt. Somit bleiben große Potenziale zur Naherholung gegenwärtig ungenutzt. Auch die Ennepe, welche Gevelsberg von Süden nach Osten durchfließt, wird unzureichend in den Stadtteil eingebunden.
Zudem bestehen im Stadtteil verschiedene Barrieren. Neben der ICE-Trasse im Süden stellt die Hagener Straße die vielleicht größte Schwäche des Stadtteils dar, welche den öffentlichen Raum in erheblichem Maße teilt. Der Fokus auf den motorisierten Verkehr ist neben ihrer Barrierefunktion in negativer Weise imageprägend. Der hohe Versiegelungsgrad durch Gewerbebetriebe und Parkplätze stellt jedoch – in Anbetracht des Klimawandels – ebenso für die Zukunft ein großes Risiko dar. Zugleich scheint es dem Stadtteil jedoch (in der Außenwahrnehmung) eine Identität zu fehlen. Ohne wirkliche Alleinstellungsmerkmale bleibt der Stadtteil womöglich ein typischer Durchgangsort an der Hagener Straße; zugleich hat der Stadtteil jedoch eine überregional gute Anbindung.
Da die Nahversorgungsnutzungen an zwei ca. 1.000m entfernten Standorten konzentriert sind, ist mindestens ein Zentrum für jeden Menschen in Schnellmark in maximal 500m Entfernung fußläufig erreichbar. Die Anbindung an Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs ist sogar in geringerer Entfernung möglich. Die Versorgungssituation wurde zuletzt durch den Wegfall von einem Ärztehaus verschlechtert. Auch besteht ein geringes Angebot sozialer Einrichtungen.
Die Höhenentwicklung nach Süden stellt zum Teil für mobilitätseingeschränkte Menschen eine große Barriere dar. Zugleich prägt die Topographie den Raum, was potenziell auch als identitätsstiftendes Merkmal ausgeprägt werden könnte.
Während sich nördlich der Hagener Straße hauptsächlich Gewerbebetriebe befinden, ist südlich davon das Wohnen äußerst dominant. (Kleinteilige) Mischnutzungen bestehen jedoch kaum. Zudem bestehen entlang der Hagener Straße zwei Versorgungszentren, welche insgesamt aufgrund der fußläufigen Erreichbarkeit positiv zu bewerten sind. Es fällt jedoch auf, dass die mangelnde gesundheitliche Versorgung angesichts des demographischen Wandels ein Risiko darstellt.
Auch für den Arbeitsmarkt sind die Auswirkungen des demographischen Wandels eine große Herausforderung: durch die zunehmende Überalterung der Bevölkerung sinkt der Anteil arbeitender Menschen; zugleich besteht ein erhöhter Wegzug junger qualifizierter Menschen. Auf dem Gevelsberger Wohnungsmarkt besteht derzeit eine hohe Nachfrage; es fehlen für die Zukunft insbesondere Angebote für ältere Menschen und sozial benachteiligte Menschen. Positiv ist zugleich zu bewerten, dass durch verschiedene Wohntypologien ein vielfältiges Angebot besteht. Zudem ist der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund im Stadtteil sehr hoch. Diesbezüglich muss eine erfolgreiche Integration sichergestellt werden, um die kulturelle Vielfalt zu fördern. Aufgrund des vergleichsweise jungen Altersschnitts in der migrantischen Bevölkerung besteht eine Chance zur Teilkompensation des demographischen Wandels.
Die Insolvenz der Firma Dieckerhoff stellt den Stadtteil aufgrund des Verlustes an Arbeitsplätzen vor eine große Herausforderung. Zugleich bieten sich durch die ehemalige Industrie Potenziale zur Umnutzung der Gebäude. Auch weitere Flächen im Stadtteil bieten das Potenzial für eine Neuausrichtung; hier sind die Eigentümer:innen im Prozess intensiv zu beteiligen.