Lageplan

Perspektive

Szenario #1

Kreativquartier

Das Szenario des Kreativquartier basiert auf einer möglichst hohen Umnutzung von Bestandsgebäuden. Die bestehende Struktur des Dieckerhoff-Geländes bietet große Potenziale, welche in diesem Szenario genutzt werden sollen. Zudem wird ein vergleichsweise kurzer Entwicklungszeitraum angestrebt, um das „Loch“, welches die Insolvenz von Dieckerhoff auslöst, schnell zu schließen. Insbesondere die Kompensation von Arbeitsplatzverlusten ist daher ein wichtiges Thema. In diesem Szenario sollen daher Möglichkeiten für temporäre Aktionen geboten werden; ein iterativer Entwicklungsprozess mit der Bevölkerung wird angestrebt. Das Szenario legt den Fokus auf einen belebten öffentlichen Raum, in dem viel Raum für Kreativität geboten wird. So sollen im Westen des Gebietes verschiedene Betriebe angesiedelt werden. Dies könnten zum Beispiel sowohl junge Start-Ups sein, als auch bestehende handwerkliche Betriebe. Vorstellbar ist zum Beispiel, dass sich ehemalige Arbeitskräfte von Dieckerhoff mithilfe von finanzieller Unterstützung selbstständig machen können, oder in bestehende Unternehmen integriert werden. Auch eine enge Verzahnung mit den Gevelsberger Schulen – zum Beispiel im Rahmen von Praktika – ist vorstellbar. Mithilfe einer kleinteiligen Betriebsstruktur soll die Abhängigkeit von einem großen Akteur – wie es vormals Dieckerhoff war – ausgeschlossen werden.

Zudem soll den Bewohner*innen von Schnellmark ein eigenes Do-It-Yourself-Werkstattgebäude angeboten werden, welches sich südlich des Gewerbehofes befindet. Die Bewohner:innen des Stadtteils können sich hier kreativ entfalten und gemeinsam Projekte erarbeiten. Auch hier ist es vorstellbar, dass mehrere ehemalige Dieckerhoff-Mitarbeiter angestellt werden, um mit technischen Know-How zu unterstützen.
Östlich daran angrenzend befindet sich eine große Multifunktionshalle mit einer dazu gehörenden multifunktionalen Fläche. Hier könnten beispielsweise Konzerte, Märkte oder sonstige kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Auch Ausstellungen zu in Schnellmark gefertigten Produkten, Kunstobjekten könnten hier durchgeführt werden. Gegenüber befindet sich zudem eine Spielplatzfläche.

Der östliche Teilbereich wird durch einen großen zentralen Platz dominiert, auf dem ein großer sozialer Interaktionsraum entstehen soll. Besonders auffällig ist der Erhalt der Rohrleitungen, welche zuvor für industrielle Zwecke genutzt wurden. Diese werden begrünt und prägen den Platz. Zudem wird der Platz mit Skating und Parkour bespielt. Die Außenbereiche werden durch verschiedene weitere Nutzungen belebt. Im Nordwesten befindet sich beispielsweise ein eher introvertierter Gastrobereich, welcher den einzigen Neubau – abgesehen von der Multifunktionshalle – auf dem ehemaligen Dieckerhoff-Gelände darstellt. Östlich davon befindet sich ein Streetfood-Angebot, welches mehr Bezug zum Platz nimmt. Zudem grenzen östlich der Gemeinschaft dienende Räume an, zum Beispiel Proberäume für Bands, oder Räumlichkeiten für Vereine und Gruppen. Im Osten wird der Platz durch eine umgenutzte Halle eingegrenzt, aus der ein überdachter Sportplatz entsteht.

Im Westen des Platzes entsteht eine Wiese, welche Platz für Kreatives bietet, oder einfach zum Liegen und Verweilen genutzt werden kann. Im Süden werden in den großen Riegel Ateliers für Kulturschaffende angeboten, welche ebenfalls zum Bespielen des Platzes eingeladen werden. Auch hier entsteht eine weitere Keimzelle für Kreativität, den sogenannten „Creative Labs“.
Im Nordosten des Gebietes werden die Kirmesgruppen in einer bestehenden Halle untergebracht; darüber hinaus entsteht ein „Containerdorf“, wo sich die Gruppen ausbreiten können. Südlich hiervon befinden sich weitere Sportangebote im öffentlichen Raum. Es entsteht eine durchgehende West-Ost-Verbindung, welche sich in das Grüne Stadtteilband integriert.
Im Südosten entsteht ein kleinteiliges Wohnquartier, in dem die Gemeinschaft und öffentliche Räume im Mittelpunkt stehen. Statt größerer Garten und eindeutigen Parzellen, soll hier ein gemeinschaftliches Wohnen entstehen, welches auch die Freiraumangebote im Kreativquartier nutzt.

   Vorteile

- Platz für temporäre Maßnahmen
- Kurzfristiger Entwicklungszeitraum
- Kleinteilige Struktur ermöglicht geringere Abhängigkeit von Akteur
- Sozialer Treffpunkt

   Nachteile

- Erfordert großes kreatives Milieu
- Innovationskraft ungewiss

   Stärken

- Erhaltung von Bestand
- bewohnergetragene Nutzungen
- Keine Abhängigkeit von einzelnem Akteur; Akteursvielfalt
- Zeitnahe Entwicklung möglich
- Flexible Nutzungsmöglichkeiten; saisonale Veranstaltungen

   Schwächen

- Geringe Wohndichte
- Unklare Wohnstruktur

   Chancen

- Möglichkeiten für temporäre Maßnahmen
- Identitätsstiftung durch Erhalt
- Sukzessive Entwicklung möglich; flexibel zu entwickeln
- Kreativer Impulsgeber
- Erhöhung der Diversität

   Risiken

- Zu geringes kreatives Milieu vorhanden
- Zu geringe Nutzungsfrequenz für Belebung des Quartiers
- Multifunktionshalle ggf. untergenutzt