Leitbild

Von den Ergebnissen der Analyse ließ sich schnell eine Konzeptidee ableiten, welche die Weiterentwicklung und Qualifizierung der Grün- und Freiflächen als zentrales Entwicklungsthema betrachtet. Das Konzept trägt den Titel „werd‘ mal schnell Grünmark“. Dabei sollen die Bewohner:innen in das Zentrum des Stadtteils gestellt werden:
Während Schnellmark gegenwärtig durch das prägende Band der Hagener Straße ein sehr autofreundlicher Stadtteil ist, wird die Bandstruktur zukünftig umgedacht und der Mensch ins Zentrum gestellt. Durch die prägende lineare Struktur entlang der Hagener Straße kann in jedem Bereich des Ortsteils eine gute Anbindung zu Fuß garantiert werden. Die Vision zur Zukunft des Stadtteils sieht eine Parklandschaft vor, welche sich in die bestehenden Strukturen einbettet. Neue Plätze entstehen und werden durch grüne Achsen verwoben. Somit entsteht eine Vorzeigestandort für menschenfreundliche Räume, in denen sich hauptsächlich per Fuß- und Radverkehr fortbewegt wird.
Die Verbesserung der Naherholungsqualitäten wird beispielsweise im Bereich der Ennepe erlebbar, auch die Kläranlage wird in das Grünkonzept integriert. Überall im Stadtteil entstehen neue Orte, an denen soziale Interaktion gelebt werden kann. Angesichts des hohen Anteils an Menschen mit Migrationshintergrund kann durch ein aktives Miteinander auch eine wichtige Integrationsleistung erbracht werden.
Um den Stadtteil auch für die Zukunft auszurichten, werden zudem Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz getroffen. Eine wesentliche Rolle nehmen ebenso Maßnahmen zur Förderung der Klimaanpassung bei: Mithilfe einer geringeren Versiegelung von Flächen kann eine Überhitzung im Sommer reduziert werden; ein hohes Maß an Grünflächen trägt zur Kühlung im Sommer bei. Ebenso kann mit vielen Grünflächen die Versickerung gefördert werden, was insbesondere zur Reduzierung von Hochwasser bei Starkregenereignissen beitragen kann. Viele begrünte Bereiche tragen ebenso zur Artenvielfalt bei. Der Wald wird neben seiner Funktion als „grüner Lunge“ enger mit dem Stadtteil verwoben.
Über das Konzept des durchgrünten Stadtteils erfährt der Stadtteil einen Identitätsgewinn. Die Industriekultur – welche häufig als „schmutzig“ wahrgenommen wird – wird hierbei bewusst erhalten. Die Industriekultur soll erhalten bleiben und umgenutzt werden, um eine neue Identität auszuprägen. Mit der experimentellen Form der Urbanen Landwirtschaft kommt ein zukunftsträchtiger Industriezweig hinzu. Neben der Entwicklung eines neuen wirtschaftlichen Profils könnte dadurch womöglich eine stärkere emotionale Bindung der Bewohner:innen zu dem Stadtteil hergestellt werden. Dies wäre beispielsweise hilfreich, um junge Menschen dauerhaft in dem Stadtteil zu halten. Durch die Digitalisierung verliert zugleich der räumliche Zusammenhang aus Wohn- und Arbeitsort an Bedeutung; Schnellmark soll sich zukünftig auch über eine hohe Wohnqualität definieren. Eine zentrale Bedeutung übernimmt die Zukunft des Dieckerhoff-Geländes. Aufgrund der Größe des Areals bestehen große Potenziale zur Entwicklung; hinzu kommen mit der Historie und Lage des Geländes weitere wesentliche Faktoren. Der Gebäudebestand bietet große Chancen, welche zukünftig genutzt werden sollten.
Eine wichtige Bedeutung nehmen zukünftig auch die Nahversorgungsbereiche ein, welche im zukünftigen Prozess gestapelt und um weitere Nutzungen ergänzt werden können. Auch die „Soziale Mitte“ soll bis zum Dieckerhoff-Gelände fortgeführt. Diverse punktuelle Maßnahmen wie Wohnumfeldverbesserungen, Umnutzungen und gezielte Aufwertungen im öffentlichen Raum ergänzen die Entwicklung des Stadtteils.