Die Raumbilder stellen Anregungen zur Umgestaltung verschiedene Grünräume im Stadtteil dar. Es wird dargestellt, wie diese Orte in Zukunft mittels produktiver Begrünung umgestaltet werden könnten. Insbesondere eine hohe Nutzbarkeit für Menschen steht im Mittelpunkt der Planung – bei gleichzeitiger Berücksichtigung ökologischer Interessen.
Das Wohnen in der Schnellmarkstraße wird derzeit aufgrund mangelnder Lärmschutzmaßnahmen durch erhebliche Immissionen der ICE-Trasse gestört. Die zeilenartige Bebauung öffnet sich außerdem zu den Gleisen, statt diese zu verschließen. Die Freiräume zwischen den Gebäuden weisen nur äußerst geringe Aufenthaltsqualitäten auf; meist handelt es sich um eine unqualifizierte grüne Wiese mit einem Baum, welche mehr die Funktion als „Abstandsgrün“ übernehmen. Die Gebäude weisen zudem ein negatives Erscheinungsbild auf. Die wichtigste kurzfristige Maßnahme sollte die Verbesserung des Lärmschutzes darstellen. Darüber hinaus wird angeregt, die Grünräume umzugestalten: die Fahrbahn der Schnellmarkstraße wird verkleinert, stattdessen entsteht ein durchgehendes grünes Band zwischen der Straße und der Wohnbebauung. Die Aufenthaltsqualität wird den Bewohner:innen zur Verfügung gestellt; vorstellbar sind zum Beispiel urbanen Gartenbereiche und Sitzgelegenheiten. Zudem wird aus der Fahrbahn und dem Gehweg eine ebene Fläche gemacht, wodurch eine höhere Aufmerksamkeit von Autofahrer*innen erzeugt wird. Zwischen den Gebäuden werden kindergerechte Aufenthaltsbereiche geschaffen, sowie eine durchmischte Begrünung – zum Beispiel mit heimischen Laubbäumen und Wildblumen – angestrebt. Die Fassaden der Gebäude werden mit Holz verkleidet; eine Fassadenbegrünung soll ebenfalls zur Förderung der Artenvielfalt beitragen. wird eine Fassadenbegrünung an den Häusern angebracht.
Da die Talbahntrasse nur zweimal täglich durch einen langsamen Zug zu regelmäßigen Zeiten befahren wird, wird die Trasse bereits heute informell von vielen Menschen zum Spazieren genutzt. Das ist sofern auffällig, als dass die Freiraumqualitäten der Trasse äußerst beschränkt sind:
Der Bodenbelag ist uneben und der Weg ist nicht beleuchtet. Zudem bestehen nur wenige fußgängergerechte Zugänge, zum Beispiel ein Übergang zwischen AVU-Gelände und Dieckerhoff sowie einer südlich der Kirmesgruppen. Ein weiterer Zugang erfolgt über einen Trampelpfad parallel zum Krabbenheider Bach. Auch entlang der Strecke sind die Freiraumqualitäten – abgesehen von einem attraktiven Blickpunkt auf die Ennepe – beschränkt.
Dieses Raumbild stellt daher die These auf, dass die Trasse zu unbefahrenen Zeiten auch als qualifizierter Freiraum wirken kann. Das Konzept sieht daher eine Strecke vor, welche fußgängerfreundlich mit Holzhackschnitzeln ausgelegt wird. Diese könnte für joggende oder spazierende Menschen eine Abwechslung zu den bestehenden Strukturen darstellen und thematisch insbesondere die Industriekultur der Stadt Gevelsberg ins Zentrum rücken. Eine weitere Begrünung und eine Installation von Beleuchtungselementen gehen mit der Entwicklung einher. Aufgrund der topographischen Gegebenheiten sind nur wenige weitere Zugänge in naher Zukunft herstellbar; ebenso ist die Trasse nur begrenzt erweiterbar. Das Konzept sieht daher eher einen weitläufigen Charakter vor. Eine Verlängerung bis zu dem Ennepebogen und den Schönungsteichen wäre beispielsweise zeitnah umsetzbar.
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