Grünkonzept
An die Erarbeitung eines Grünkonzeptes sind diverse Ziele geknüpft, welche bereits im Leitbild ausführlich beschrieben wurden. Neben einem aufgewerteten Wohnumfeld und einer damit verbundenen verbesserten Lebensqualität, ist ebenfalls das Thema Umweltschutz von großer Bedeutung. Mithilfe des Grünkonzeptes sollen Synergieeffekte zwischen den Grünelementen hergestellt werden, sodass sich die Bürger:innen im Stadtteil zu Fuß möglichst konfliktarm und barrierefrei von Grünraum zu Grünraum bewegen können. Das Konzept sieht eine Kombination aus punktuellen, flächigen und linearen Strukturen vor. Mittel- bis langfristig soll ein möglichst durchgehendes Netz verschiedener Grünnutzungen etabliert werden. Im Folgenden werden die verschiedenen Typologien beschrieben:
Punktuelle Strukturen
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Flächige Strukturen
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Lineare Grünstrukturen
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| Als punktuelle Grünelemente werden einzigartige Punkte im Stadtteil bezeichnet. Diese fördern die Identität und sind beispielsweise bereits aus großer Entfernung sichtbar oder besonders markant, zugleich sind sie jedoch objektbezogen und somit deutlich kleiner als flächige Strukturen.
Die Nutzungen sind in der Regel auf Dauer ausgelegt und befinden sich an frequentierten Orten im Stadtteil. Nicht immer sind sie begrünt, stehen jedoch meist mit flächigen und linearen Strukturen in engem räumlichem oder funktionalem Zusammenhang.
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Grünflächen sind Bereiche im Stadtteil, welche insbesondere als Aufenthalts- und Interaktionsräume dienen. Diese sollen grundsätzlich möglichst flexibel gestaltet sein, um Möglichkeiten für temporäre Nutzungen zu eröffnen. Zugleich sollen diese jedoch bei entsprechender Nutzung auch konkrete Zielgruppen aktivieren.
Die Flächen weisen eine möglichst geringe Versiegelung auf und leisten somit auch einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Klimaanpassung. Flächige Strukturen sind grundsätzlich von Verkehrsflächen für den motorisierten Verkehr fernzuhalten.
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Grünverbindungen dienen primär der Verknüpfung verschiedener punktueller und flächiger Elemente. Es handelt sich um Fußwege und das Umfeld von diesen. Grundvoraussetzungen sind zum Beispiel eine möglichst hohe Barrierefreiheit mit befestigtem Untergrund sowie eine möglichst dem motorisierten Verkehr abgewandte Lage. In jedem Fall sollten jedoch Nutzungskonflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern vermieden werden. Die Grünverbindungen werden an keine speziellen Nutzer:innen adressiert; vielmehr sollen diese möglichst allen Menschen im Stadtteil dienen. |
Das zentrale Element des Grünkonzeptes stellt das Grüne Band dar. Hierbei handelt es sich um einen ca. drei Kilometer langen Rundweg im Stadtteil. Diverse Grün- und Freiflächen, darunter die Grundschule, mehrere Spielplätze, beide Sportvereine und das Dieckerhoffgelände, werden durch das Band miteinander verknüpft. Somit wird der beschriebene Bandansatz
(s. Analyse Freizeit) aufgewertet und nördlich der Hagener Straße fortgesetzt.
Zudem werden im Stadtteil drei Nord-Süd-Verbindungen als lineare Grünstrukturen qualifiziert, um die Erschließung der hochwertigen Außenräume sicherzustellen. Auch innerhalb des Stadtteils haben diese eine hohe Bedeutung, da sich an den Schnittpunkten mit der Hagener Straße bereits heute die Bushaltestellen befinden. Die äußeren der drei Schnittpunkte werden – in Verbindung mit den Nahversorgungszentren – als Mobilitätsstationen ausgebaut und tragen somit entscheidend zur Förderung des nichtmotorisierten Verkehrs bei. Somit wird für jeden Menschen innerhalb des Stadtteils ein alternatives Mobilitätsangebot innerhalb von maximal 500 m Entfernung angeboten.
Darüber hinaus wird die Hagener Straße als zentrale Verkehrsachse deutlich für den motorisierten Verkehr reduziert. Neben einer Reduzierung der Fahrbahn werden Radwege eingeführt sowie eine umfassende Begrünung angelegt. Ein Retentionskanal führt entlang der Straße, um – durch die Höhenentwicklung von Süden fließendes Wasser – aufzufangen.
(s. Raumbild Hagener Straße)
Die Ennepe wird auf der südlichen Flussseite zwischen den Straßen „Am Werde“ und „Rochholzallee“ möglichst zugänglich gemacht. Entlang der Ennepe entsteht ein Weg für Fußgänger, welcher verschiedene Zugänge zur Ennepe besitzt. Insbesondere im heutigen Bereich der Kirmesgruppen und des Tiefbauunternehmens Diedrich besteht ein großes Potenzial, die Ennepe als großflächigen Aufenthaltsraum zu qualifizieren. Es wird eine Lösung angestrebt, bei der den Eigentümer:innen mindestens gleichwertige Ersatzflächen angeboten werden, um den Bereich an der Ennepe zu qualifizieren. In diesem Bereich soll zudem ein Übergang über den Fluss nach Norden geschaffen werden.
Eine außergewöhnliche Nutzung stellt die Talbahntrasse dar, welche als Zugverbindung erhalten bleiben soll. Aufgrund der geringen Frequenz – es verkehrt lediglich zweimal täglich ein Zug in geringem Tempo – soll die Trasse darüber hinaus jedoch auch als Freiraum dienen. Vorstellbar ist eine Joggingstrecke, welche mit Holzhackschnitzeln ausgelegt wird. Des Weiteren werden weitere Begrünungsmaßnahmen vorgesehen.
(s. Raumbild Talbahntrasse)
Auch die Kläranlage soll mittel- bis langfristig in das Grünkonzept integriert werden. Es wird eine Lösung angestrebt, bei der die Kläranlage weiterhin vollumfänglich weitergenutzt wird. Das Grünkonzept sieht jedoch vor, dass die Kläranlage zukünftig – parallel zu ihrer Nutzung – auch als öffentlicher Freiraum für die Allgemeinheit geöffnet wird. Es soll ein parkähnlicher Bereich entstehen, der Aufenthaltsqualitäten und Bildungsaspekte vereint. Bei Nutzungsaufgabe wäre es langfristig auch denkbar, durch Umnutzungen weitere Freizeitqualitäten auszubilden.
(s. Raumbilder)